Einzigartig ist das Wasserpuppentheater (Múa Rối Nước), welches man nur in Vietnam findet. Das Kunsthandwerk ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil im kulturellen Leben des Landes. Diese Tradition wird innerhalb der Familie von den Alten an die Jungen weitergegeben, nur sehr wenige Aussenstehende werden nach einer Aufnahmeprüfung in die Geheimnisse eingeweiht. Einst diente der Dorfteich oder ein See als Vorstellungsbühne, heute finden die Vorführungen in Theatern statt und in solch einem lassen wir uns von feuerspeienden
und wasserspuckenden Drachen begeistern.
Begleitet von einem Orchester,
welches sich zu beiden Seiten neben der Bühne befindet,
stehen hinter einem Vorhang aus geflochtenem Bambus die Akteure.
Sie bewegen unter der Wasseroberfläche 3 bis 4 m lange Stangen, auf denen die 30 cm bis 1 m großen hölzernen Darsteller montiert sind. Durch Seilzüge erwachen die bis zu 5 kg schweren Puppen zum Leben.
Neben einem Phönix- sowie Feentanz wohnen wir unter anderem der täglichen Arbeit der Reisbauern bei.
Direkt am Ufer des Hoàn Kiếm Sees gelegen, darf natürlich nicht die Legende des nach ihm benannten Schwertes fehlen. Sie erzählt davon, wie dem einstigen Fischer und nun König Le Loi nach der Vertreibung der Chinesen im 15. Jahrhundert bei einer Bootsfahrt das Schwert von der goldenen Schildkröte entrissen wird, um es den Göttern zurückzubringen.
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Vietnamesisches Frühstücksangebot
Wer morgens mal kein Phô löffeln möchte, für den bieten sich auch belegte Baguettes, Rice Porridge oder frittierter Tofu mit gepressten, in Stücke geschnittenen, Reisnudeln an.
Dazu werden frische Kräuter und eine Essigmischung zum Eintauchen gereicht.
Ähnlich ist dieses Gericht aus einem großen kalten Reismehl Crêpes, der gefaltet und zerschnitten mit Röstzwiebeln verzehrt wird.
Ethnologisches Museum
In Vietnam leben 54 ethnische Gruppen, von denen die Viet (Khin) mit mehr als 86 Prozent den größten Anteil an der Bevölkerung stellen. Im ethnologischen Museum Hanois werden Handwerk, Kunst, Werkzeuge, Haushaltsgegenstände, Häuser und vieles mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ausstellungen befassen sich nicht nur mit der Ethnologie Vietnams. In der großen Südostasien-Halle werden Kunsthandwerk, Kleidung, spirituelle Gegenstände und Musikinstrumente aus ganz Asien gezeigt.
Auf dem Aussengelände können wir das tägliche Leben der verschiedenen Völker erleben. Die Originalhäuser einiger ethnischer Gruppen wurden von Handwerkern aus den entsprechenden Dörfern aufgebaut und eingerichtet. Die Häuser der Cham, den Begründern des von Indien beeinflussten Champa Königreichs, verfügen sogar über ein zweischichtiges Dach. Unter den Schindeln, die den Regen abhalten, befindet sich ein Lehmdach gegen die Hitze des Tages.
Jeder Raum ist bestimmten Familienmitgliedern und Aufgaben zugeteilt. So ist zum Beispiel die älteste Tochter für das Weben und Nähen zuständig.
Das Volk ist aber auch bekannt für seine Töpferarbeiten, dem Handel und seinem ausgeklügelten Bewässerungssystem.
Schon vor über hundert Jahren gab es für den Bau eine Viet-Hauses etliche Vorschriften. So durfte zum Beispiel kein Gebäude des Dorfes höher sein als das Gemeinschaftshaus, was aber auch der Sicherheit in Taifungebieten entgegen kam.
Das Haus wurde aus Originalteilen wieder aufgebaut, sodass die Holzschnitzereien und auch der Altar etwa hundert Jahre alt sind.
Wie auch in Deutschland weit verbreitet wurden Haupt- und Nebengebäude in U-Form aufgebaut. Das mit Ziegelschindeln bedeckte Dach hat einen großen Überstand. So sind die Türen im Haupthaus vor dem Regen geschützt.
Das Wohnhaus der Ede ist zweiundvierzig Meter lang und wurde von Großfamilien bewohnt.
Das Haus wurde bei den Ede nicht, wie meistens üblich den Söhnen vererbt, sondern der ältesten Tochter übergeben. In den Innenraum gelangt man über Treppen, die aus ganzen Baumstämmen gefertigt sind.
Mit einer Höhe von neunzehn Metern überragt das Gemeindehaus der Bahnar die Hütten und Häuser in der Nachbarschaft. Getragen wird es von acht baumdicken Pfosten mit einem Durchmesser von sechzig Zentimetern.
Die eindrucksvolle Dachkonstruktion ist ein Symbol für das Können und die Stärke der Dorfgemeinschaft und zeigt die Kraft der Männer des Ortes.
Das Haus wurde von zweiundvierzig Angehörigen der Bahnar-Gruppe aufgebaut und eingerichtet.
Zu der Ausstellung gehören auch zwei Grabhäuser. Das der Gia Lai ist mit zahlreichen Holzfiguren dekoriert, die die Fruchtbarkeit symbolisieren. Für das Leben danach werden den bis zu 30 Ahnen zerbrochenes Geschirr und Krüge mit in das neue Heim gestellt.
Das kleine Grabhaus für die zweite Beerdigung der wohlhabenden Katu ist unter anderem mit Wasserbüffeln, Drachen, Fröschen, Fische und Hähnen verziert.
Wände und Fußboden beim Pfahlhaus der Tay sind luftig aus Bambusgeflecht hergestellt, welches zuvor wie auch das Bauholz bis zu sechs Monate in Wasser eingeweicht wurde, womit das Material gegen Holzwurmbefall geschützt wird. Gedeckt wird das Dach von 6000 Palmblättern.
Trotzdem befindet sich die Kochstelle im Inneren des Gebäudes.
Das besondere an den Häusern der stark vom Taoismus und Konfuzius beeinflussten Yao-Gruppe ist die Dachkonstruktion, die nach fünf bis sechs Jahren erneuert werden muss.
Sie besteht aus halbierten Bambusästen, die wie die Dachschindeln im Mittelmeerraum, ineinander verlegt sind und so das Haus trocken halten.
Einen anderen Regenschutz haben die Hmong konstruiert. Dieses Dach besteht aus 600 Pomuholz Schindeln, mit je 1,2 m Länge und 40 cm Breite, die bei Bedarf zur Seite geschoben werden können, um Licht ins Innere zu lassen.
Bei den Hmong, die sich in schwarze, blaue, weiße und geblümte Hmong untergliedern lassen, finden sich praktische Einrichtungen wie ein Bett
und ein gemauerter Herd.
Das Volk der Hani lebt mit bis zu drei Generationen in diesen Stampflehmhäusern. Dieses Gebäude, mit seinen fünfundvierzig Zentimeter dicken Wänden, besteht aus 150 Kubikmeter Lehm und 14 Kubikmeter Steine, welches sechs Arbeiter erbauten. Das circa 10 Tonnen schwere Strohdach ist 45 cm dick und bietet in Kombination mit den Wänden Schutz vor der Wärme und erzeugt dabei noch ein angenehmes Wohnklima.
Lehm dominiert auch im Innenraum, wie an Herd und Fußboden zu sehen ist.
Die Hauptausstellung ist der Kultur und Tradition der vietnamesischen Ethnien gewidmet, die sich in die fünf Sprachfamilien Austroasiatisch, Austronesisch, Tai-Kadai, Miao-Yao und Sino-Tibetisch aufteilen. Schautafeln zeigen Kleidung und Lebensweise der verschiedenen Völker, wie zum Beispiel den reisanbauenden Nùng, die im Gegensatz zu den sanskritlesenden Lao und Lu die chinesischen Schriftzeichen nutzen
und den Raglai.
Die Frauen der Lolo, die zur tibeto-burmesischen Sprachfamilie gehören, verzieren ihre Kleider mit bunten, fein zusammengenähten Stoffstücken.
Ganz gleich in welcher Völkergruppe, selbst die Kleinsten tragen aufwendig gearbeitete Kleidung.
Die Ausstellungsstücke zeigen Beispiele der Leinweberei, der Stofffärbung mit Indigo und Batikmusterung mit Bienenwachs.
Viel Aufwand wird auch für die Kopfbedeckung betrieben. An ihnen lässt sich bei den Frauen erkennen, ob sie verheiratet oder noch ledig sind.
Eine neu inszenierte Photoausstellung aus den 50ern dokumentiert das ehemalige Leben in den Dörfern.
In vielen Teilen Vietnams ist in den letzten dreissig Jahren ein Großteil der alten Kulturen und Traditionen verschwunden.
Straßenleben in Hà Nội
Kaum ist die Sonne über Hà Nội aufgegangen, wird es auch schon rege in den Straßen der Hauptstadt. Küchen mit Rice Porridge,
einer Art Reissuppe mit Fleischeinlage,
gekochten Eiern und Klebreisbratlinge (leider auch nicht vegan) schießen wie Pilze aus dem Boden.
Auch kleine
und größere Gemüse-
und Obsthändler suchen sich in den kühlen Stunden am Morgen ein Plätzchen zum Verkaufen, wenn sie denn nicht durch Polizeirazzien verscheucht werden.
Selbst heiße, frisch geröstete Maroni (Hạt Dẻ Nóng) und Erdnüsse finden wir im Straßengetümmel.
Als Transportmittel dienen oft umfunktionierte Drahtesel,
bei denen uns manchmal die Menge,
ein anderes mal das Angebot staunen lässt. Da hätten wir die Packung getrockneter päx Erdbeeren gar nicht bis Svens Geburtstag aufheben brauchen.
Auch Tragjoche sind ein ganz alltäglicher Anblick, wenn auch nicht unbedingt als mobile Lingerie.
Während einige Dienstleister mit ihrer Tasche geradezu überall arbeiten
beziehungsweise ihre Tabakwaren anbieten können,
haben sich die Friseure ihre Openair Salons liebevoll eingerichtet.
Andere Handwerker verbinden wiederum ihre Werkstatt mit einem kleinen Geschäft, sodass man direkt beim Produzenten einkauft,
während andere ihr breitgefächertes Sortiment von unterschiedlichen Herstellern beziehen.
Und zwischen all diesen Händlern und Geschäften, da lässt es sich das freilaufende Federvieh gut gehen.
Das Hồ Chí Minh Haus samt dem Regierungsviertel
Der 1900 bis 1906 erbaute Präsidentenpalast beherbergte einst die französische Regierung von Indochina.
Umsäumt von Mangobäumen in einem großflächigen Park gelegen, ist hier vom Straßenlärm nichts mehr zu hören.
Als 1954 die Unabhängigkeit ausgesprochen wurde, weigerte sich Hồ Chí Minh in die pompösen Räumlichkeiten einzuziehen und richtete sich stattdessen für die folgenden 4 Jahre in einem der dahinterliegenden Diensthäuser schlicht ein.
1958 zog er in das für ihn errichtete traditionell vietnamesische Holzhaus “Onkel Hos Stelzenhaus” (Nha San Bac Ho) um, in denen er in zwei schlichten Räumen ohne sanitäre Einrichtung bis zu seinem Tod im Jahre 1969 lebte und arbeitete.
Gegen seinen Willen liegt er heute nur wenige Meter entfernt im Mausoleum
mit Blick auf das heutige Regierungsgebäude.
Ebenfalls zum Komplex gehört der Botanische Garten
und die Einsäulenpagode (Chùa Một Cột), die einst vom König Lý Thái Tổ auf einem Holzpfahl errichtet wurde.
Dagegen fiel die tausend Jahre alte Pagode Mieu Hoi Dong unter den Franzosen bei den Bauarbeiten für den Regierungspalast zum Opfer. Welche Funktionen diese beiden Gebäude haben,
konnten wir nicht in Erfahrung bringen.
Eindeutig ist dagegen das Nordtor der kaiserlichen Zitadelle von Thăng Long. Auf einer Fläche von 140 ha residierte der Kaiserhof mehrerer vietnamesischer Kaiser-Dynastien von 1010 bis 1802.
Hà Nội
Von Huế nach Hà Nội sind es noch einige Kilometer, die wir mit dem Nachtzug hinter uns legen wollen.
Das erste Stück der Strecke haben wir das Abteil sogar für uns alleine; erst um Mitternacht kommen noch zwei weitere Fahrgäste in die Sechser-Kabine.
Kurz vor dem Sonnenaufgang erreichen wir pünktlich nach Fahrplan den Hauptbahnhof von Hà Nội. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass der Zug von Saigon nach Hà Nội an die zwei Tage unterwegs ist.
Vor dem Bahnhof herrscht trotz der frühen Morgenstunde schon reges Treiben. Die Taxifahrer kennen natürlich die Fahrpläne in- und auswendig und wer wie wir gehen möchte, der muss sich erst mal durch eine Traube von Chauffeuren kämpfen, bevor es in die Stadt geht.
Hà Nội ist eine der dienstältesten Hauptstädte Asiens, die im Laufe der Geschichte häufig von verschiedenen Invasoren erobert und umbenannt wurde. Ihren heutigen Namen, der übersetzt “Stadt innerhalb der Flüsse” heißt, erhielt sie 1831. Hier erklärte Hồ Chí Minh die Unabhängigkeit Vietnams und Hà Nội wurde die Hauptstadt des Nortvietnam, was sie auch nach der Wiedervereinigung blieb. Die Einwohnerzahl der Metropolregion liegt etwa bei sieben Millionen und macht die Stadt damit zur zweitgrößten des Landes.
Der Bereich der Altstadt besteht aus zwei Teilen. Zum einen das Viertel Alt-Hà Nội mit seinen schmalen Gassen
und dicht bebauten Straßen aus der Zeit noch vor der Kolonialära.
In denen von Bäumen beschatteten Straßen
reihen sich die kleinen Läden aneinander.
Motorroller, Fahrräder, Rikschas und Fußgänger scheinen auf den ersten Blick unkoordiniert herumzuwuseln.
Dazwischen entdecken wir immer wieder kleine farbenfrohe Tempel,
die zwischen den Wohn- und Geschäftshäusern eingezwängt ganz und gar in das Alltagsleben integiert zu sein scheinen.
In Hà Nộis größter überdachter Markthalle aus dem Jahr 1889, dem Chợ Đồng Xuân,
gibt es gleich über drei Etagen Unmengen von Kleidung, Stoffen und Schuhen für Großhändler.
Unser kleines Hotel, mit gerade mal sieben Zimmern, liegt am Rande von Alt-Hà Nội. 20 m entfernt steht die 129 Jahre alte römisch katholische St. Joseph Kathedrale, deren Glocken alle 1/4 Stunde erklingen. Bei der Messe am Sonntag drängen sich hunderte von Gläubigen vor dem Gotteshaus, um der Predigt, den Kirchengesängen und dem Umzug beiwohnen zu können.
Einige Meter weiter befindet sich der Hoan-Kiem-See, in dessen Mitte der Schildkröten-Turm auf einer kleinen Insel steht. Der Sage nach erhielt hier der Fischer Le Loi von einer großen goldenen Schildkröte ein Zauberschwert, mit dem er die Truppen der Ming-Dynastie vernichtend schlagen konnte. Er ernannte das Tier zum Schutzgeist des Sees und ließ ihr zu Ehren den Turm erbauen.
Eine rote Brücke führt zu dem Jadeberg-Tempel, in dem eine 2,10 Meter lange und 250 Kilogramm schwere Schildkröte ausgestellt wird, die 1968 dort gefangen wurde.
Der See bildet die Grenze zum zweiten Bereich der Altstadt, dem französische Viertel. Dort ließen die Kolonialherren ihr Verwaltungszentrum für Französisch-Indochina entstehen.
Sie legten breite baumbestandene Alleen im rechtwinkligen Raster an, erbauten Luxusvillen, Regierungsbauten und öffentliche Gebäude wie die Oper
und das Wasserpuppen Theater.
In einigen der alten Häuser sind Shoppingmalls eingezogen,
die bei abendlicher Beleuchtung ein beliebter Photohintergrund für Hochzeitspaare sind.
An einem der Kaufhäuser begegnet uns gleich ein ganzes Dutzend frisch Vermählter.
Immer wieder sehen wir, dass bei den Schreinen
oder am Straßenrand Geldscheine verbrannt werden. Dies sind Opfergaben für die Verstorbenen, damit diese Geld im Leben nach dem Tod ausgeben oder die Wächter des Jenseits bestechen können, um auf die Erde zurück zu kehren. Die aus China stammende Tradition ist schon tausende Jahre alt und wird mittlerweile portemonnaieschonend mit Geld-Kopien durchgeführt.
Vielleicht spekulieren die Ahnen ja auch an der Börse,
die sich wie das historische Museum ebenfalls im französischen Viertel befindet.
Anstelle von Propaganda Plakaten schmücken Blumengestecke die Straßenzüge und Plätze.
Hier arbeiten die Mädchen ganz nach Plan daran
das Stadtwappen blumig darzustellen.
Hà Nội liegt am Ufer des Roten Flusses.
Die Idylle auf dem Plakat trügt leider etwas, denn die Realität sieht ernüchternder aus.
Der Rote Fluss ist berüchtigt für seine Hochwasser und wurde schon im elften Jahrhundert eingedeicht. Durch den starken Sedimenteintrag, der in den letzten Jahren stetig ansteigt, liegt der Flusslauf zwischen den Deichen an manchen Stellen mittlerweile höher als das umliegende Land.
Direkt am Lenin-Park liegt die chinesische Botschaft, wo wir unsere Visa-Anträge abgegeben haben.
In der Nachbarschaft befinden sich noch weitere Botschaften, unter anderem auch die Deutschlands,
die sich, wie die meisten anderen Konsulate auch, in einer alten Kolonialvilla befindet.
In der Hauptstadt verschmelzen die unterschiedlichen Epochen auch miteinander,
doch als wir mit dem Bus zur Bank fahren, um die Visa Gebühr für China zu begleichen, kommt es uns vor, als ob wir in einer ganz anderen Stadt wären.
Wenn es Nacht wird am Hoan-Kiem-See
und die Temperaturen etwas milder werden, dann erobern die Sportler und Jogger die Wege und Parks.
Auf den Straßen geht der Verkehr unterdessen munter weiter.
Vom Phở bis Bún Chay in der Königsstadt
Bereits um 6 Uhr morgens sind die Frühstücksköchinnen mit ihren Tragjochen unterwegs, die mit gefüllten Töpfen, Schüsseln, Saucen und Hockern beladen sind
und füllen gutgelaunt die Mägen von hungrigen Frühaufstehern mit Phở.
Meistens können wir schon von weitem erkennen, was sich in dem Suppentopf befindet und notfalls einen großen Bogen drum herum machen.
Bei Tapioka und Süßkartoffeln brauchen wir mal nicht erklären, dass wir keine tierischen Produkte essen.
Zum Mittag kehren wir am Straßenrand auf eine Portion Bún Chay ein,
die mit Erdnusssauce schon wieder ganz anders als in Nha Trang schmeckt.
Am Abend laufen wir Slalom um die Stände des Nachtmarktes,
bevor wir unsere Wahl treffen und zu Abend essen.
Selbst nur 30 Zentimeter über dem Erdboden und mit der Schüssel in der einen und den Stäbchen in der anderen Hand lässt Sven es sich gut schmecken.
Marktleben in Huế
Kaum erspähen wir den Eingang zu einem Markt, schon sind wir in dessen Tiefen untergetaucht und schlendern vorbei an Bohnen,
Tofu und Sojamilch,
Gemüse,
Obst
und Gemischtwaren. Auch wenn man hier alles findet,
ganz so einfach ist es nicht immer, wie es scheinen mag,
und so dürfen wir manchmal auch erst kosten bevor es zum Kauf geht.
Huế
Nach unserer ersten Hardsleeper Zugfahrt in Vietnam
kommen wir auf unserem Weg Richtung Norden zum Sonnenaufgang in Huế,
der Stadt am Parfümfluß, an.
In der einstigen Hauptstadt Huế befand sich von 1802 bis 1945 der letzte Königssitz des Landes. Aus dieser Zeit stammt die Zitadelle mit der verbotenen rosa Stadt, dem ehemaligen Königspalast.
Geschützt von dicken Mauern und einem Wassergraben gelangt man nur über Brücken zu den Stadttoren.
Dahinter liegt der Königspalast, der nach dem Vorbild der verbotenen Stadt in Bejing aufgebaut wurde.
Wo einst die Elefanten entlang liefen
folgen wir den Wachen durch eines der drei schweren Tore in das Innere der Palasts.
Wie schon vor mehr als hundert Jahren
blicken auch wir direkt von hier auf die Residenzhalle
mit dem aufwendig gestalteten Dach.
Im Inneren hielt der König
seine Audienzen ab und empfing Staatsgäste.
Da dieses Palastgebäude unbeschadet die Zeit überstand, können wir den Thronsaal im Originalzustand bestaunen.
Während der Tet-Offensive des Nordvietnams fanden in Huế schwere Auseinandersetzung statt. Durch die Häuserkampf Kriegsführung wurden die Palastgebäude schwer beschädigt und teilweise ganz zerstört. Die zweite Hälfte von Stanley Kubricks Kriegsfilms “Full Metal Jacket” hat diese Schlacht zum Thema.
Einige der Bauten wurden in den vergangenen Jahren wieder rekonstruiert und können besichtigt werden.
Erhalten geblieben sind auch Porzellanstücke, wie zum Beispiel diese Hokkah (Wasserpfeife).
Auf dem weitläufigen Areal
stehen Pavillons
und unterschiedlichste Tore,
die zu den Tempeln der Königsfamilie führen. Die Könige dieser Zeit waren Anhänger des Konfuzionismus.
Im Inneren befinden sich Schreine zu Ehren der Könige
und Heilige, die zu besonderen Anlässen verehrt werden
sowie “Alltagsaltäre”.
Wem die Wege auf dem Palastgelände zu weit sind, der kann sich auch mit der Pferdekutsche auf Erkundungstour machen.
Nach den Tempeln und Palästen geht es für uns weiter auf Schusters Rappen in die Stadt. In Vietnam ist, wie in den anderen Staaten Südostasiens auch, das Moped das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Vielleicht werden die Zebrastreifen als Wanderwege gekennzeichnet, weil zu Fuß kaum jemand unterwegs ist.
Vorbei an mobilen Bonsaibäumen
und an einem Park, in dem mit Orchideen gehandelt wird,
kommen wir an alten Bauwerken vorbei
zur katholischen Kirche von Huế.
So architektonisch interessant das Äußere gestaltet ist, so freundlich hell ist das Innere.
Auf unserem Weg zum Bahnhof kommen wir zeitgleich mit dem Präsidenten am Hồ Chí Minh Museum vorbei.
Mit dem kleinen Unterschied, dass wir laufen während er mit der Sternenflotte unterwegs ist und die Uniformierten am Straßenrand ihm salutieren.