Метро в Москве oder Unterirdische Paläste für das Volk

Wie schon in Beijing und Shanghai ist die Metro Moskau die schnellste Möglichkeit, um sich in der Stadt fortzubewegen. Mit einer Streckenlänge von 329 Kilometern und 197 Stationen gehört sie zu den größten weltweit und ist mit 100 km/h um einiges schneller als die chinesische Konkurrenz.
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Pläne für eine Metro gab es schon 1870 nachdem mit dem Bau der Londoner U-Bahn begonnen wurde. Doch der Baubeginn zog sich noch bis 1930 hin, als Moskau schon über drei Millionen Einwohner zählte. Statt auf technische Hilfsmittel setzte man auf Spaten, Hacke und Schubkarre und der entsprechenden Anzahl an Bauarbeitern. Doch auf diesem Wege waren die ehrgeizigen Terminpläne nicht zu halten und es wurde eine Tunnelbohrmaschine aus England beschafft.

Die Metro wurde zum Prestigeobjekt der jungen Sowjetunion und so wurden für den Bau besonders hochwertige Materialien gewählt, denn die Metro sollte den Geist erhellen und anregen, mehr noch als alle Theater und Paläste. So wurden die Stationen aufwendig mit Marmor, Stuck, Kronleuchtern und Mosaiken ausgestattet.
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Schon die Stationen allein waren für viele Menschen ein Grund, die Metro zu nutzen, die zu Stoßzeiten im 90 Sekunden Takt die Einwohner befördert.
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Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Sowjetunion wurde auch das Metronetz weiter ausgebaut und die Stationen der folgenden Linien noch aufwendiger ausgestattet. Selbst die Zugänge und Verbindungen zwischen den einzelnen Linien der Umsteigestationen sind oft schön anzusehen.
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Von Beginn an wurde die Metro auch als Luftschutzbunker konzipiert. Daher ist sie eines der am tiefsten liegenden Metrosysteme der Welt. Einige Stationen liegen 84 Meter unter der Erde und die Fahrt mit einer der längsten Rolltreppen dauert drei Minuten, um in die Unterwelt zu gelangen.
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Während der Bombardierungen im zweiten Weltkrieg wurde sie dieser Funktion gerecht und diente der Moskauer Zivilbevölkerung als Zuflucht vor den deutschen Luftangriffen. Zusätzlich wurden Regierungsstellen und Generalstab in den Untergrund verlegt. Um in das Netz der Untergrund Bahn zu gelangen durchschreiten wir zuerst eines der opulenten Eingangstore,
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die uns in die Vorhalle führen
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und zahlen den Einheitsbetrag an der Kasse
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oder am Automaten.
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Mit der Karte können wir so lange und so weit hin- und herfahren, wie wir möchten. So machen wir eine unterirdische Stadtrundfahrt zu den schönsten Metrostationen. Wer jetzt noch dringend telefonieren will, der soll sich beeilen,
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denn es geht los – haltet Euch fest.
Smolenskaya – 1953
Die Station in der Nähe unseres Hostels befindet sich fünfzig Meter unter der Erdoberfläche und ist eine der tiefsten auf der Linie 1. Die Säulen sind mit geriffelten Marmor und dekoratives Simsen verkleidet, die von Leuchtern erhellt werden. Das Relief an der Stirnseite des Bahnsteigs zeigt Soldaten der Roten Armee.
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Arbatskaya – 1953
Um als Luftschutzbunker besonders vielen Menschen Platz zu bieten wurde diese Station länger als die anderen ausgeführt und ist mit 250 Metern die zweitlängste im Metronetz. Bogenförmig spannt sich die Stützkonstruktion der Decke zwischen den Pylonen und wird durch seitlich angebrachte Lampen angestrahlt.
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Kievskaya
Linie 3 – 1953
Da diese Station den Kiewer-Bahnhof an das Metronetz anbindet, haben die Reliefs auf den Pylonen die russisch-ukrainische Beziehung zum Thema. Selbstredend, dass diese Kunstwerke auch Pflege und Restaurierung benötigen.
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Linie 5 – 1954
Ein Mosaik an der Stirnseite zeigt eine Abbildung von Lenin. Anfänglich stand ihm Stalin zur Seite, der aber bei der Entstalinisierung in den 1950ern entfernt wurde.
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Belorusskaya – 1952
An dieser Station befindet sich der weißrussische Bahnhof, daher haben die Mosaike an den Gewölbenischen Szenen aus dem Leben der Weißrussen zum Thema.
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Ploshchad Revolyutsii – 1938
Insgesamt 76 Bronzeskulpturen flankieren die Pylonen dieser Station. Sie zeigen die Menschen der Sowjetunion wie Soldaten, Bauern, Athleten, Industriearbeiter oder Schulkinder.
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Paveletskaya
Linie 5 – 1950
Die Decke dieser Station ist schlicht gehalten, während die Pylone mit weißen Marmorsäulen und dunkelroten Mustern verziert sind.
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Linie 2 – 1943
Die Decke ähnelt einem Kreuzgewölbe in dessen Zentren die Beleuchtung eingesetzt ist. Die bogenförmig verbundenen Pfeiler sind mit bronzefarbenen Einlagen verziert, die Hammer und Sichel Motive zeigen.
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Novokuznetskaya – 1943
Die stuckartigen Reliefs an den Deckenseiten sind den Soldaten der sowjetischen Armee gewidmet.
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Taganskaya – 1950
Auch diese Station wird von Kronleuchtern beleuchtet. Die Pylonen sind mit Keramikornamenten auf blauem Hintergrund dekoriert, die die Heldentaten der Sowjetarmee und der Partisanen im Kampf gegen Napoleon zeigen.
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Park Kultury – 1935
Die Decke des Mittelbereichs zwischen den Bahnsteigen erinnert an ein Kreuzgewölbe. Die Pylone sind mit marmornen Reliefabbildungen zum Thema Naherholung dekoriert.
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Kropotkinskaya – 1935
Sie ist eine der ältesten Stationen im Metronetz und sollte ursprünglich den Palast der Sowjets versorgen. Daher wurde auf eine schlichte und sachliche Eleganz wert gelegt. Die Bahnsteige und der Mittelbereich wurden größer angelegt als in den übrigen Stationen.
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Mayakovskaya – 1938
Diese Station liegt in einem stabileren Erdreich als die anderen, sodass die Stützkonstruktion nicht wie sonst mit dicken Pylonen sondern mit Pfeilern, die mit Edelstahl verkleidet sind, ausgeführt ist. Die Mosaike an den Gewölben zeigen unter anderem Abbildungen der sowjetischen Luftfahrt.
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Novoslobodskaya – 1952
Diese Station stellt eine Besonderheit dar, denn die mit Glasmalereien verkleideten Pylone gibt es nur hier. Durch die Hintergrundbeleuchtung kommen die Malereien besonders gut zur Geltung. Gefertigt wurden sie in einer Werkstatt in Riga.
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Prospekt Mira – 1952
Die Station wird von schweren Bronzeleuchtern erhellt. Die Keramikmedaillons an den Pfeilern zeigen die Errungenschaften der sowjetischen Landwirtschaft.
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Komsomolskaya – 1952
Diese Station gehört zu den prunkvollsten der Moskauer Metro. Schwere Kronleuchter hängen an der mit Stuck verzierten Decke. Die Mosaike zeigen russisch Nationalhelden aus verschiedenen Epochen.
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